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Südwest Presse | 19.11.2021

Wenn der Staat nicht hilft

Laurin und Louis
Die Familie Müller mit René, Nathalie, Louis und Laurin, Nina Klein-Wiehle und der Mitstreiterin Christine Lohmiller vor dem Haus in Dettlingen, das rollstuhlgerecht umgebaut werden muss.Bilder: Karl-Heinz Kuball
Laurin Müller (7) aus Dettlingen hat einen seltenen Gendefekt und sitzt im Rollstuhl. Seine Eltern wollen das Haus umbauen, doch das kostet.
Von Dagmar Stepper

„Das hat unser ganzes Leben umgekrempelt.“ Nathalie Müller (36) blickt ihren Sohn Laurin an, der im Rollstuhl neben ihr sitzt. Es ist ein kleiner Rollstuhl, Laurin ist sieben Jahre alt. Er kam als gesundes Kind zur Welt, doch im ersten Jahr stellte sich heraus, dass sein Kopf nicht so wächst wie die anderen Körperteile. Bei den Untersuchungen wurde ein schwerer Gendefekt gekoppelt mit Epilepsie diagnostiziert. Das äußerte sich zuerst in schweren Krämpfen. „Beim ersten Anfall mussten wir den Rettungshubschrauber holen“, erzählt Vater René (41).

Fünf Jahre ist das her, die Krankheit bestimmt seither das Leben der Familie Müller. Laurin kann nicht selbstständig sitzen, gehen, sprechen, essen. Er hat massive Bewegungsstörungen, muss 24 Stunden am Tag unter Beobachtung sein. „Die Krämpfe kommen fast immer nachts zwischen drei und sechs“, sagt René. Sie müssen jedes Mal den Notarzt rufen. Das ist für die Familie zur Routine geworden.

Aber die Familie hadert nicht mit dem Schicksal, sie sind eine glückliche Gemeinschaft. „Wir genießen jeden Tag mit Laurin. Er ist so ein Sonnenschein. Er macht es uns nicht schwer, ihn zu lieben“, sagt Nathalie. Laurin lacht seine Mutter an, ein paar Worte kann er. Mama, Louis, Nein. Ansonsten benutzt er einen Sprachcomputer, den er mit den Augen steuert. „Er kommuniziert viel mit den Augen“, sagt Nathalie. In der Familie funktioniert die stille Kommunikation, vor allem mit seinem ältern Bruder Louis. „Die beiden haben ein sehr inniges Verhältnis, die können nicht ohne den anderen“, sagt Nathalie. Louis ist elf Jahre alt, wenn er Schlagzeug spielt, dann liegt Laurin immer auf einer Decke vor ihm und hört zu.

Es wird viel gelacht in der Familie Müller. „Laurin ist ein sehr lebensfrohes Kind“, sagt die Mutter. Er geht in die Dreifürstensteinschule nach Dornstetten, er lernt rasch und viel, ist geistig fit. Nur eben der Körper nicht. Täglich gibt es Programm, um ihn zu stärken. Er macht Physiotherapie, Reiten, Schwimmen, Ergotherapie, Logopädie. „Das braucht er für seine Gesundheit und zur Entlastung“, sagt Nathalie.

Laurin und Louis
Die Brüder Laurin und Louis haben ein sehr inniges Verhältnis.Bilder: Karl-Heinz Kuball

Traumhaus wird zum Problem

Aber was für Laurins Entlastung sorgt, wird für die Eltern immer mehr zur Belastung. Denn Laurin wächst, wird größer und schwerer – und muss getragen werden. Das Haus der Müllers in Dettlingen ist für einen Rollstuhl nicht geeignet.

Das Treppenhausmit der Wendeltreppe ist schmal, zur Haustür gehen viele Stufen hoch. „Wir haben eigentlich unser Traumhaus gebaut“, sagt René. Der Blick aus dem Fenster ist himmlisch, Dettlingen liegt malerisch im Tal. Aber die Höhe ist für Laurin nichts. „Hätten wir es vorher gewusst, dann hätten wir einen anderen Bauplatz gewählt“, sagt René. Aber das Haus stand schon, als Laurin geboren wurde.

„Den Rolli hoch und runter tragen, da weiß man abends schon, was man getan hat“, sagt Nathalie. Daher wuchs der Gedanke, das Haus umzumodeln. Das Treppenhaus ist zu eng für einen Lift, da drängt sich der Gedanke auf, einen Lift außen anzubauen. Das Angebot war ernüchternd. Knapp 60 000 Euro muss die Familie dafür berappen. Dann die nächste Hiobsbotschaft. Die Dachgaupe müsste für den Lift versetzt werden, doch dann wäre aus Statikgründen auch ein neues Dach notwendig.

Weitere notwendigen Umbauten in den Kinderzimmern kommen hinzu. Der Traum ist ein separates Therapiezimmer, so dass die Therapeuten auch mal ins Haus kommen könnten, und die Eltern nicht immer chauffieren müssen. Laurin schläft gerade noch im Schlafzimmer der Eltern, das ist am geschicktesten in der derzeitigen Situation. Aber nicht für immer. Rene schätzt, dass insgesamt für die Umbauten über 100 000 Euro anfallen werden. „Das ist eine Summe, die man nicht so locker aus dem Handtäschchen zieht“, sagt Nathalie.

So kamen sie auf die Aktion „Von Mensch zu Mensch“ in Empfingen. Die Familie Müller kennt Nina Klein-Wiele aus Empfingen, die mit ihrem Sohn Nevio vor ähnlichen Problemen stand (die SÜDWEST PRESSE berichtete). Nevio sitzt fast sein ganzes Leben im Rollstuhl. Dank Spenden des Vereins wurde Nevio das Leben erleichtert, da Geräte angeschafft oder Therapien bezahlt werden können. „Von Mensch zu Mensch“ hilft da, wo staatliche Hilfen nicht greifen“, sagt Nina Klein-Wiele.

Ähnlich Gutes könnte jetzt der Familie Müller widerfahren. Sie hoffen, dass Mitmenschen sie mit Spenden unterstützen. Denn von den Pflegekassen ist da nicht so viel zu erwarten. Nina Klein-Wiele kann davon ein Lied singen. „Es gibt Gelder für Wohnumfeldverbesserung, die sind aber auf 4000 Euro gedrosselt“, berichtet sie.

Der Verein „Von Mensch zu Mensch“ ist ein Anfang, um das Leben der Familie Müller leichter zu machen. „Wer nicht anfängt, wird nicht fertig“, sagt Nina Klein-Wiele. Die Müllers schauen in die Zukunft, da hat Laurin seinen festen Platz. „Erst hieß es, Laurin wird keine fünf Jahre alt. Jetzt heißt es, das müssen sie noch mindestens 20 Jahr machen“, erzählt Nathalie. Die Lebenserwartung von Laurin können die Ärzte schwer einschätzen, es gibt kaum Forschungen über seinen seltenen Gendefekt. Außerdem lernt Laurin sehr schnell, was bei ähnlichen Krankheitsverläufen eher selten ist.

„Laurin ist ein Überraschungsei“, sagt Nathalie. Das hat sie immer wieder im Krankenhaus gehört, wenn die Ärzte erstaunt über die Entwicklungen von Laurin waren. Und dieser Begriff gefällt ihnen. Überraschungsei klingt gut.

Spendeninfo: Der Verein „Von Mensch zu Mensch, Empfingen“ finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, die pro Jahr und Mitglied 25 Euro betragen. Er ist aber auch auf die Spendenbereitschaft derjenigen angewiesen, denen die Ziele des Vereins am Herzen liegen.
Die Spendenkonten: Volksbank Horb: DE55 6429 1010 0056 1000 00
Kreissparkasse Rottweil: DE90 6425 0040 0009 1105 51
Wer für Laurin Müller spenden will, soll beim Verwendungszweck „Laurin“ angeben.




Südwest Presse | 13.11.2021

Musiker zeigen ein Herz für Bürger in Not und verschenken Geld

Antenne1
Edgar Schwind (links) freute sich als Vorsitzender von „VonMensch zu Mensch“ über die Spende derWiesenstetter „Shit Bulls“ , die Kassier Matthias Lohmiller (Mitte) und der Vorsitzende und Dirigent David Fischer am Donnerstagabend überreichten.Text und Bild: Gerhard Rebmann

Die „Shit Bulls“ aus Wiesenstetten überreichten dem Empfinger Verein „Von Mensch zu Mensch“ den Erlös einer Versteigerung.

Ein ganz besonderer Moment war für die Mitglieder der Guggenmusik „Shit Bulls“ aus Wiesenstetten am Donnerstagabend vor der Probe gekommen. Kassier Matthias Lohmiller und der Vorsitzende David Fischer durften Edgar Schwind, dem Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins „Von Mensch zu Mensch, von mir zu dir“ eine Spende über 1534 Euro überreichen. Gesammelt worden war der Betrag an der Fasnet 2020, als die „Shit Bulls“ einen ihrer Auftritte versteigert hatten.

David Fischer hatte fast ein schlechtes Gewissen, als er Edgar Schwind am Donnerstag im Dorfgemeinschaftshaus begrüßte, denn eigentlich war die Übergabe noch 2020 geplant, doch die Corona-Pandemie mit Lockdown und dem fast vollständigen Stillstand des Vereinslebens verhinderten diese. Fischer stellte zunächst „seine Guggen“ vor: Ein paar verrückte Männer und Frauen, größtenteils aus dem heimischen Musikverein, aber auch ehemalige Musiker und Neulinge mit mehr oder weniger guten Musikkenntnissen, wollten an der Fasnet 1992 „über die närrischen Tage einfach Spaß haben.“ Die damals noch lose Gruppe beschloss, mit Instrumenten von einer Fasnetveranstaltung zur nächsten zu ziehen, um Fasnets-Evergreens „von der Bühne zu fetzen“. Heute tun die Guggenmusiker von den „Shit Bulls“ das immer noch, allerdings ist aus den anfänglich etwa zehn Musikern knapp 30 Jahre später eine gestandene Kapelle mit 50 Mitgliedern erwachsen. Die Wiesenstetter Guggenmusik spielt eigene Lieder, verfügt über eigene Cheerleader und hat sich im Lauf der Jahrzehnte in der Region und darüber hinaus einen großen Bekanntheitsgrad erspielt. Diese Prominenz machte das Unterfangen einer Versteigerung schließlich auch erst möglich, und so freuten sich alle über die Höhe der generierten Summe.

Edgar Schwind zeigte sich überrascht über die hohe Zuwendung, da der Vorsitzende des Vereins „Von Mensch zu Mensch“ von zirka 800 Euro ausgegangen war. Diese Summe war nach Schwinds Informationen bei der Auktion zusammengekommen. Verschiedene spätere Aktionen ließen den Spendenbetrag in die Höhe schnellen. So erließ etwa das Busunternehmen Vögele den Wiesenstetter Guggenmusikern die Kosten einer Fahrt, und diese spendeten die ansonsten bei Ausfahrten anfallenden Fahrtkosten für den Bus.

Schwind erklärte seine Intention, im Jahre 2004 den gemeinnützigen Verein „Von Mensch zu Mensch“ ins Leben zu rufen. „Wir sehen die Not in der ganzen Welt. Dass es aber auch bei uns vor der Haustür schwere Schicksale, große Not und Probleme gibt, vergessen wir oft“, stellte Edgar Schwind fest. Vor 17 Jahren mit 26 Mitgliedern gestartet, zählt der Verein inzwischen über 200 Personen. „Mein Grundgedanke war von Anfang an: Wenn ich etwas spende, möchte ich wissen, wohin das Geld geht“, begründete der Gründer und Vorsitzende und versicherte, dass 99,9 Prozent des Geldes in die Hilfe flössen. „Außer der Internetdomain, die wir brauchen und bezahlen müssen, haben wir keinerlei Auslagen“, betonte Schwind. Inzwischen hat „Von Mensch zu Mensch“ über eine halbe Million Euro weitergeben können – zu 80 Prozent an Projekte für Kinder. Auf Fischers Vorschlag richtete der Vereinsvorsitzende auch ein paar erklärende Worte an die versammelten „Shit Bulls“ und sagte: „Wir unterstützen Projekte – beispielsweise bezahlt die Krankenkasse eine Therapie zu einem gewissen Teil, die Maßnahme ist aber wichtig – dann können wir helfen und den Rest übernehmen. Wir fragen nicht, ob sich die Heilmethode lohnt, da wir wissen, dass sich die Eltern an den letzten Strohhalm klammern und jede Möglichkeit ausschöpfen wollen.“ Besonders bemerkenswert war für Edgar Schwind, dass eine Gruppe wie die „Shit Bulls“, die selbst Geld benötigt, davon abgibt. Schwind dankte im Namen des Vereins und versprach, die finanzielle Hilfe sinnvoll einzusetzen.

René Birkle stockt auf: Von der Idee des Vereins „Von Mensch zu Mensch“ angetan, bat „Schlagwerker“ René Birkle den bereits im Gehen befindlichen Edgar Schwind spontan, zu warten. Birkle hatte sich kurzfristig dazu entschlossen, privat 66 Euro zu spenden, um die Summe „rund zu machen“, womit der Betrag auf 1600 Euro stieg. Diese Geste machte den ansonsten redegewandten Edgar Schwind fast sprachlos.




Südwest Presse | 04.03.2020

Fünf Rollstühle an die Gemeinde gespendet

Antenne1
Eine „breite Bühne“ gab es für den Verein „von Mensch zu Mensch“ beim Antenne 1 Feiertag. Der Vorsitzender Edgar Schwind (Mitte) stellte den Verein den Radiomoderatoren Nadja Gontermann und Oliver Ostermann vor und überreichte Spendenschecks.Text und Bild: Emil Henger

Das klare Statement des Vorsitzenden Edgar Schwind an die Zuhörer kam zum Schluss der Mitgliederversammlung am Mittwoch in der Betriebskantine der Firma Gfrörer, Schotterwerk: „Gerade in schwierigen Zeiten der Pandemie brauchen hilfsbedürftige Menschen, Familien und Einrichtungen noch mehr unsere Unterstützung. Wir werden alles versuchen zu helfen, so gut es geht.“ Dabei hat der gemeinnützige Verein „von Mensch zu Mensch“ schon 2019 und 2020 gehörig Spendengelder gesammelt.

Großes Spendenaufkommen
Betrug das Spendenaufkommen 2019 noch 37 556 Euro, so wurden an die Vereinskasse ein Jahr später 68 293 Euro überwiesen. Dieses überragende Ergebnis war unter anderem einem Spendenaufruf der Gemeinde Empfingen für die Aktion „Todesfall Kramer“ geschuldet. „von Mensch zu Mensch“ hat sich daran beteiligt und ebenfalls Geldspenden gesammelt. Das Spendenaufkommen in den vergangenen Jahren lag durchschnittlich bei 20 000 bis 23 000 Euro pro Jahr, wie der Vorsitzende informierte. Die guten Finanzen, die Kassenverwalterin Claudia Baiker dargelegt hatte, geben dem Verein nun Spielraum für weitere Projekte. „Wir haben 80 000 Euro zur Verfügung, die wir für in Planung befindliche Hilfsprojekte zurückgestellt haben“, fuhr Schwind fort. Wie diese stattliche Summe verwendet werden soll, wollte der Vorsitzende nicht verraten, nur so viel: „Ein kreisübergreifendes Hilfsprojekt ist angedacht, und im Jubiläumsjahr 2024, wenn der Verein 20 Jahre besteht, haben wir noch einiges vor.“ Ausführlich ging Schwind auf den „Hitradio Antenne 1-Feiertag“ zum 30. Geburtstag des Radiosenders im September 2019 ein. Er dankte der Gemeinde, dass der Verein bei dem Open Air-Festival die Gelegenheit bekam, sich auf der Bühne den mehr als 12 000 Zuschauern zu präsentieren und Spendenschecks in Höhe von jeweils 15 000 Euro an drei Institutionen übergeben zu können: Dem Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen, dem Verein Luftikus Baiersbronn und dem Verein Mariaberg Gammertingen. „Das war auch ein Feiertag für die Hilfsbedürftigen“, konstatierte Edgar Schwind. Viele Firmen haben namhafte Beträge gespendet, zum Teil bis zu 15 000 Euro, gleichwohl sind auch viele Kleinbeträge eingegangen. Besonders hob Schwind die Zuwendungen von Vereinen und privaten Initiativen hervor. In 2019 sind 15 Projekte mit insgesamt 86 461 Euro unterstützt worden, im Jahr 2020 wurden zwölf Projekte mit 47 250 Euro bezuschusst. Schwind gab einen Einblick über die Verwendung der Gelder: Therapiekosten, Fahrtkosten zu Arztbesuchen, Medikamente und Hilfsmittel, die nicht von der Kranken- oder Pflegekasse bezahlt werden, Umbau- und Einbaumaßnahmen am Familienheim für behindertengerechte Nutzung, Hilfe bei der Reparatur von Fahrzeugen und sonstigen Fortbewegungsmitteln, Clowns im Dienst und Unterstützung von Schulanfängern über die Caritas und die Erlacher Höhe.

Rollstühle für Senioren
Extra erläuterte Schwind die Übergabe von fünf Rollstühlen an die Gemeinde, die im Pflegehaus Rosengarten untergebracht wurden. Die Aktion war auch in der Öffentlichkeit kritisch beäugt worden, weil eine private Einrichtung Nutznießer ist. „Wir haben im Vorstand intensiv darüber diskutiert. Doch die Rollstühle kommen den Senioren in beiden Altenheimen zugute. Das ist keine Leistung, die die Heime den Bewohnern zur Verfügung stellen muss“, so Schwind. Die Rollstuhlausfahrten mit ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen hätten sich als Volltreffer erwiesen. Nicht immer kann der Verein die Empfänger der Spenden für die Öffentlichkeit und die Mitglieder transparent machen. Viele Kranke möchten anonym bleiben. Das wird vom Verein akzeptiert. „Das ist ein großer Vertrauensbeweis“, sagte Schwind. Im Namen der Gemeinde dankte Bürgermeister Ferdinand Truffner den Akteuren im Verein für die ausnahmslos gute Zusammenarbeit. „von Mensch zu Mensch“ erfülle eine wichtige Arbeit.

Die Ergebnisse der Wahl
Vorsitzender: Edgar Schwind
Stellvertreterin: Christa Zach
Kassenverwalterin: Claudia Baiker
Schriftführer: Hans Deuringer
Pressewart: Reinhard Seidel
Kassenprüfer: Bettina Gfrörer und Elmar Brendle
Info
Der Verein ist vom Finanzamt als mildtätig eingestuft worden und daher berechtigt, Spendenquittungen auszustellen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 25 Euro.
Die Bankverbindungen lauten:
Volksbank Horb DE55 6429 1010 0056 1000 00 oder Kreissparkasse Rottweil DE90 6425 0040 0009 1105 51




VMZM | 21.04.2021

Dank Spenden zurück im Leben

• Anschaffung eines Mopedautos ermöglicht Mobilität für chronisch Erkrankten
• Mildtätiger Verein „Von Mensch zu Mensch, Empfingen e.V.“ und Stiftung LebensWert unterstützen Menschen in Not unbürokratisch

Horb/Empfingen. Das Leben hat es mit Paul Wolf (Name geändert) oft nicht gut gemeint. Die Erkrankung an COPD, einer unheilbaren und chronisch fortschreitenden Lungenkrankheit, ist einer der Schicksalsschläge, die der 62-Jährige verkraften musste. Aufgrund der Krankheit konnte Paul Wolf nicht mehr arbeiten, fand aber über den diakonischen Einrichtungsverbund Erlacher Höhe, der Menschen in sozialen Notlagen unterstützt, eine Beschäftigung im zugehörigen Sozialkaufhaus Kommode Horb. Dort war er als Kollege hoch anerkannt, sein technischer Sachverstand wurde von Kunden sehr geschätzt.

Doch seine gesundheitliche Situation verschlechterte sich. Selbst kurze Wege zum Bus waren nicht mehr machbar. Paul Wolf konnte nicht mehr selbstständig einkaufen und musste schließlich auch das Arbeiten in der Kommode Horb aufgeben. Zuletzt konnte er kaum mehr die Wohnung verlassen. Paul Wolf war verzweifelt.

Erlacher Höhe Sozialarbeiter Benjamin Volz erkannte, dass die Anschaffung eines bescheidenen Fahrzeuges es Paul Wolf ermöglichen würde, wieder ein annähernd selbstständiges Leben zu führen. Da Paul Wolf nur über sehr geringe finanzielle Mittel verfügt und auch keinen Autoführerschein besitzt, nahm Volz Kontakt zu sozialen Stiftungen auf und bat um Unterstützung für die Anschaffung eines sogenannten Mopedautos im Wert von rund 11.000 Euro. Der ursprünglich angedachte Kauf eines vergleichsweise kostengünstigeren Elektro-Kabinenrollers musste verworfen werden, da das Ladenetz nicht flächendeckend ausgebaut ist und der Erkrankte auf eine verlässliche Lösung angewiesen ist.

Die Anfragen hatten Erfolg: Der lokale mildtätige Verein „Von Mensch zu Mensch, Empfingen e.V.“ half mit 4000 Euro, die Stiftung LebensWert der Erlacher Höhe und des Dornahofs unterstützte mit 2000 Euro, den Rest übernahm ein privater Spender – und Paul Wolf, der sein Glück kaum fassen konnte, machte den Führerschein der Klasse M.

Obwohl erst wenige Wochen vergangen sind, seit Paul Wolf das Fahrzeug übernommen hat, hat sich seine Leben bereits deutlich verändert. Durch die Mobilität kann er seinen Alltag wieder selbstständig meistern. Er möchte seine Arbeit im Sozialkaufhaus Kommode Horb der Erlacher Höhe wieder aufnehmen und kommt jetzt schon regelmäßig zu Besuch. Tatsächlich hat für Paul Wolf mit dem Fahrzeug ein neues Leben begonnen. Dafür ist er allen Spendern aus tiefstem Herzen dankbar.

Info: Seit über 125 Jahren setzt sich das diakonische Sozialunternehmen Erlacher Höhe mit Hauptsitz in Großerlach für Menschen in sozialen Notlagen ein. Täglich erreichen wir an insgesamt 16 Standorten in sieben Landkreisen in Baden-Württemberg über 1.600 hilfebedürftige Menschen. Wir unterstützen wohnungslose, arbeitslose, suchtkranke und einkommensarme Menschen, kümmern uns um Pflegebedürftige und sind in der Jugendhilfe aktiv. Gemeinsam mit unserer Schwestereinrichtung Dornahof bilden wir den Diakonieverbund Dornahof & Erlacher Höhe e. V. Als Mitglied im Diakonischen Werk Württemberg gehören wir zur großen Familie der Diakonie und damit auch zum Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung e. V.




Südwest Presse | 06.03.2021

Wenn der Wille größer ist als der Stein im Weg

Nevio Kaufmann aus Wiesenstetten sitzt bereits sein gesamtes Leben im Rollstuhl. Seine Eltern versuchen ihr möglichstes, dem Jungen ein schönes Leben zu bieten - und stemmen dabei immer wieder große Herausforderungen. Von Sophie Kofer

Nevio Peace
Nevio reckt die Finger in die Luft.

Am vergangenen Sonntag vor acht Jahren brachte Nina Klein-Wiele ihren Sohn Nevio zur Welt. Die damals knapp 30-Jährige und ihr Mann Christian Kaufmann wussten bereits vor der Geburt, was sie erwartete: ein querschnittsgelähmtes Kind, das vermutlich sein gesamtes Leben im Rollstuhl verbringen wird. Die Ärzte teilten den angehenden Eltern in der 27. Schwangerschaftswoche mit, dass die Wirbelsäule des Kindes fehlentwickelt war. „Wir mussten uns neu entscheiden. Und wir haben uns dafür entschieden“, sagt Klein-Wiele.

Nach Nevios Geburt folgte erst einmal eine Reihe an Operationen. Da er einen Wasserkopf hat, braucht er einen ‚Shunt‘, welcher den künstlichen Abfluss des Hirnwassers regelt. Rund alle 15 Wochen funktionierte dabei etwas nicht richtig, sodass Nevio nicht mehr klar denken konnte, sich ständig übergab und pausenlos schlief. „In seinen ersten vier Lebensjahren hatten wir keine Ruhe“, erinnert sich Klein-Wiele. „Die regelmäßigen Kontrollen bei den Ärzten ergaben immer wieder, dass etwas nicht stimmte und

Nevio Training
Konzentriert schaut Nevio Fernsehen, während er seine Kraft in den Beinen trainiert.Bilder: Karl-Heinz Kuball
Nevios Entwicklung verzögert war.“ Nicht selten war das Leben der jungen Familie geprägt von Hoffnungslosigkeit. Doch jetzt, acht Jahre später, sitzt Nevio fröhlich in einem Motomed im Wohnzimmer vor dem Fernseher und sieht seine neue Lieblingsserie: Lissie. Der Motomed ist ein Sportgerät für Menschen mit Beeinträchtigungen. Mithilfe der motorbetriebenen Pedale werden Nevios Beine durchbewegt. Der automatische Antrieb ermöglicht es ihm, ganze Umdrehungen beim Treten zu schaffen. Klein-Wiele nennt das spaßhalber die „Regenwettertherapie“. Mit passendem Fernsehprogramm trainiert der Achtjährige seine Beine bis zu zwei Stunden lang. Zwischendurch knabbert er genüsslich an einem Schokoladenkeks, bis dieser ihm versehentlich runterfällt. „Mama, da“, meldet Nevio sich zu Wort und deutet auf den Boden. Seine Mutter steht schmunzelnd auf, bückt sich und reicht ihm den Keks.

Als sie sich wieder setzt, erzählt die 40-Jährige, wie glücklich sie darüber ist, dass ihr Sohn vor drei Jahren endlich zu sprechen begann. Vorher hätte er keinen Ton von sich gegeben. „Dass das Kind wenigstens ein bisschen spricht, wünscht sich jede Mutter sehnlichst“, sagt sie. Bei Nevio dauerte das erste Wort einige Jahre länger als bei den meisten Kindern. Doch seit er im August 2018 zum ersten Mal den Reiterhof mit bewegter Logopädie in Leutkirch besuchte, lernt er nun kontinuierlich das Sprechen.

Die Folgen der Corona-Pandemie stellte die Familie vor weitere Herausforderungen: Im vergangenen Frühjahr schloss der Horber Kindergarten und Nevio war auf die Betreuung seiner Eltern angewiesen – rund um die Uhr. „Wir können ihn nicht mal eben zur Nachbarin bringen“, erklärt Klein-Wiele. Sie ist sehr erleichtert, dass die Dreifürstenstein- Grundschule wieder Präsenz-Unterricht anbietet. „Das entlastet uns sehr“, stimmt Kaufmann zu. Zudem freut sich Nevio, wieder gleichaltrige Kinder zu treffen. Ein Schlüsselbund klimpert im Eingangsbereich des Hauses, Nevio horcht auf und ruft freudig: „Der Papa kommt.“ Christian Kaufmann spaziert ins Wohnzimmer, streicht dem Jungen übers Haar und gibt seiner Frau einen Kuss. Dann setzt er sich neben sie.

Spenden von Empfinger

Verein Die beiden erzählen, wie dankbar sie für die Hilfe ihrer Familie und Freunde sind. Florian Schmidt, Chef und Eigentümer der Firma Promod, ist einer davon: Er unterstützt Nevio seit rund sechs Jahren finanziell, indem er regelmäßig Geld spendet an den ehrenamtlichen Verein „Von Mensch zu Mensch Empfingen“. Dieser leitet die Summe an den hilfsbedürftigen Jungenweiter. Davon kann unter anderem die Reittherapie bezahlt werden. „Das Ziel ist seit Gründung des Vereins im Jahr 2004, uns durch Spenden zu finanzieren und diese an Hilfsbedürftige in der Region zu verteilen“, erklärt der Vorsitzende Edgar Schwind. „Wir wollen dann helfen, wenn staatliche Institutionen ausfallen.“ Dieses ‚Ausfallen’ kennt die Wiesenstetter Familie mittlerweile gut: „Mit der Krankenkasse streiten wir uns leider ständig“, gesteht Christian Kaufmann und seufzt.

Antrag abgelehnt
Nevio Peace
Seine Eltern schieben Nevio beim gemeinsamen Spaziergang bergauf.


Zur Zeit lehnt die Freudenstädter Filialleitung den Antrag auf eine Extrafahrt pro Woche ab. Die braucht Nevio, um von seiner Physiotherapie zur Schule zu kommen. „Unser Leben richtet sich komplett nach Nevio“, sagt Klein- Wiele. Eine enorme Unterstützung wäre es, müsste sie sich selber nicht auch noch um diese Fahrt kümmern. „Im Gespräch mit den Mitarbeitern der Krankenkasse hat sich das Motto bewährt: Wer Arschloch ist, gewinnt“, sagt der 43-jährige Familienvater. „Die merken sich das, wenn man ein Mal nachgibt - und dann hat man keine Chance mehr.“ Den staatlichen Institutionen gegenüber hartnäckig zu bleiben, kostet den Eltern enorm viel Zeit und Energie. „Aber aufgeben ist was für Feiglinge“, bekräftigt Kaufmann. „Wir stoßen zwar immer wieder an unsere Grenzen, aber wir kämpfen weiter.“ Das große Ziel des Ehepaars ist, ihren Sohn dabei zu unterstützen, so selbstständig wie möglich zu werden. „Das Haus ist so gebaut, dass er hier irgendwann alleine leben kann, wenn wir nicht mehr sind“, erläutert Kaufmann. Bei den Bauarbeiten hat der 43-Jährige das Meiste selber gemacht, zusätzlich zu seinem eigentlichen Beruf. „Zeit ist Mangelware“, sagt der Familienvater. „Wenn uns das Sozialamt mehr Arbeit abnehmen würde, könnten wir mehr Zeit mit Nevio verbringen.“ Denn nebenbei sei er auch noch Kind, das außer Therapie und Schulunterricht einfach gerne spielen und Quatsch machen wolle.




VMZM | 23.11.2020

Hoffnung und Mut

„Niemand weiß, welches Jahr es ist - vielleicht ein Jahr, das es nie gegeben hat“, mit diesem Zitat von Lars Gustafsson hat Walle Sayer, der Dichter aus unserer Region, sein neuestes Buch „Mitbringsel“ überschrieben.

Und nun verhält es sich so: wir erleben ein Jahr, das es so noch nie für uns gegeben hat. Corona, das heimtückische Virus, hält uns in Atem, engt uns ein, macht uns Angst.

Aber es geht auch ein Jahr zu Ende, in dem viele von uns Danke sagen können dafür, dass sie und ihre Nächsten gesund geblieben sind, andere, dass sie die Krankheit überstanden haben. Aber es geht auch ein Jahr zu Ende, in dem es nicht allen Mitbürgern gut ergangen ist, weil sie liebe Menschen an diese schlimme Krankheit verloren haben.

Mit unserem Adventsgruß möchten wir Ihnen allen Mut machen, diese Zeit zu durchstehen. Wir appellieren an Sie, beherzigen Sie die Maßnahmen, die uns auferlegt werden! Damit schützen Sie sich selbst und uns. Wir gehen gemeinsam durch ein tiefes Tal, wenn wir sorgsam miteinander umgehen, werden wir es auch gemeinsam hinter uns lassen. Wir wünschen Ihnen dazu Hoffnung und Mut und eine gute Gesundheit.

Es ist für uns ein gutes Gefühl, dass wir auch in diesem schwierigen Jahr einigen Hilfesuchenden aus Spenden und Beiträgen Unterstützung gewähren konnten. Wir bedanken uns bei allen Mitmenschen, die das ermöglicht haben. Es wäre schön, wenn Sie uns weiterhin unterstützten, damit wir helfen können.

Vielleicht werden uns ja Advent und Weihnachten sogar Beglückenderes bescheren als das, worauf wir in diesem Jahr verzichten müssen.

Wir wünschen es Ihnen und uns allen gemeinsam!




VMZM | 29.10.2020

Versammlung abgesagt

Der mildtätige Verein „Von Mensch zu Mensch“ (VMZM) sagt die am kommenden Montag, 2. November, geplante Mitgliederversammlung 2020 im „Seeblick“ ab. Grund sind die aktualisierten Corona-Verordnungen der Politik wegen der stark ansteigenden Zahl der Infizierten.

"Von Mensch zu Mensch“ tagt

Der mildtätige Verein "Von Mensch zu Mensch" (VMZM) hat am Montag, 2. November 2020, um 19.30 Uhr im „Seeblick" an der Weillindestraße 58 seine Mitgliederversammlung. Dazu dürfen wir alle Mitglieder sowie Interessierte einladen.

Hier die Tagesordnung:
1. Begrüßung durch den Vorsitzenden
2. Bericht des Vorsitzenden
3. Bericht der Kassenwartin
4. Bericht der Kassenprüfer
5. Aussprache
6. Entlastung
7. Neuwahlen (auf zwei Jahre)
   - 2. Vorsitzende (bisher Christa Zach)
   - Schriftführer (bisher Hans Deuringer)
   - Pressewart (bisher Reinhard Seidel)
   - Kassenprüfer (bisher Bettina Gfrörer und Elmar Brendle)
8. Wünsche und Anträge

Anträge an die Versammlung sind bis zum Freitag, 30. Oktober, schriftlich beim Vorsitzenden einzureichen.
Die Versammlung tagt unter Beachtung der aktuellen Corona-Vorschriften. Wir bitten die Teilnehmer, dies zu beachten.




Schwarzwälder Bote | 02.09.2020

Verein spendet Schulbedarf für Kinder

»Von Mensch zu Mensch« übergibt Material im Wert von 1500 Euro an Caritas und Erlacher Höhe
Von Jürgen Baiker

Winkelnachbarn
Von links: Ulrike Sommer, Leiterin der Caritas Schwarzwald-Gäu, Michael Marxhausen von der Erlacher Höhe Freudenstadt, und Edgar Schwind, Vorsitzender des Vereins »Von Mensch zu Mensch«.Bild: Baiker

Der Empfinger Verein »Von Mensch zu Mensch« hat Schulbedarf für bedürftige Kinder und an die Erlacher Höhe in Horb übergeben.

»Schulbedarf ist für viele zu teuer«, war vor Kurzem im Schwarzwälder Boten zu lesen. In dem Artikel ging es um einen Aufruf von Dekanatsreferent Achim Wicker und Michael Vogelmann von der Caritas in Horb, für die diesjährige Tafelaktion für Schulartikel zu spenden. Der Empfinger Verein »Von Mensch zu Mensch« schaute sich diesen Artikel genauer an und entschloss sich, zu helfen. Edgar Schwind, Vorsitzender des Vereins, nahm Kontakt auf mit der Caritas Region Schwarzwald-Gäu und der Erlacher Höhe. »Wie können wir helfen? Was fehlt noch, um vor allem den Kindern, die eingeschult werden, für einen auch sachlich guten Start in das Schulleben zu unterstützen?, lauteten die Fragen.
Von der Bevölkerung wird über die Tafelläden einiges an Schulmaterialien gespendet, aber es reicht nicht, um allen bedürftigen Kindern gerecht zu werden. Deshalb haben Michael Marxhausen von der Erlacher Höhe in Freudenstadt und Ulrike Sommer von der Caritas auf Bitten von Schwind je eine Liste mit fehlenden Schulmaterialien an »Von Mensch zu Mensch« weitergereicht.
Als fehlend wurden Mäppchen, Lineale, Geodreiecke, Wasserfarbenkasten, Pinselbecher, Pinsel, Wachsmalstifte, Füller für Erstklässler, Füller, Ordner und Schnellhelfer, alle Angaben mit genauen Stückzahlen, genannt. Der Verein »Von Mensch zu Mensch« kaufte den Bedarf bei einer Drogerie in Empfingen ein und überreichte jetzt vor der Kommode der Erlacher Höhe die Schulmaterialien an Michael Marxhausen von der Erlacher Höhe und an Ulrike Sommer, Leiterin der Caritas Schwarzwald-Gäu. Der Wert der vom Empfinger Verein gespendeten neuen Schulmaterialien beläuft sich auf insgesamt 1500 Euro. In Horb werden die Schulmaterialien in fertig gepackten Paketen an bedürftige Kinder ausgegeben, in Freudenstadt erfolgt dies über die Erlacher Höhe.




Südwest Presse | 02.09.2020

Allen Kindern einen gleichen Schulstart ermöglichen

Der Empfinger Verein „Von Mensch zuMensch“ spendete Schreib- und Lernutensilien für Schüler. Die Erlacher Höhe in Horb verteilt sie. Von Hans-Michael Greiß

Winkelnachbarn
Von links: Ulrike Sommer, Leiterin der Caritas Schwarzwald-Gäu, Michael Marxhausen von der Erlacher Höhe Freudenstadt, und Edgar Schwind, Vorsitzender des Vereins »Von Mensch zu Mensch«.

An fehlenden Malstiften solle die Armut der Familie nicht erkennbar werden, gab sich Edgar Schwind vom Empfinger Verein „Von Mensch zu Mensch“ kämpferisch. Mit seiner Spende starten bedürftige Kinder im ganzen Kreis Freudenstadt mit gleicher Ausrüstung in ihr Schulleben wie ihre Klassenkameraden.
Niemals habe er sich vorstellen können, dass der Schulstart zum Problemwerden könne, weil einer Familie das Geld für Mäppchen, Farbkasten oder Ordner fehle. Erst ein Bericht in der SÜDWESTPRESSE habe ihn darauf gestoßen: Das Dekanat Freudenstadt und die Caritas Schwarzwald-Gäu baten um Spenden für die Tafelladen-Kisten. Ein Anruf beim Fachleiter Soziale Hilfen, Michael Vogelmann, klärte ihn auf, die Armut bestehe kreisweit, die Betreuung sei jedoch verteilt, im Horber Raum helfe die katholische Caritas, das Freudenstädter Gebiet decke die evangelische Erlacher Höhe ab.
Die Wunschlisten beider Institutionen überraschten Schwind, nahezu die gleiche Menge der Artikel fand sich darauf. Prinzipiell verteile sein Verein kein Geld, sondern leiste persönliche Hilfe. Darum bestellte Schwind die Sachen nicht im Internet, sondern bei einem Vereinsmitglied vor Ort: Schreibwaren Bossenmaier. Der beschaffte nicht nur einheitliche, hochwertige Schulartikel, auf die er einen respektablen Rabatt gewährte, sondern packte die jeweils 750 Euro wertvollen Gaben noch kundenfreundlich nach Empfängern zusammen. Mit einem Kofferraum voller Materialien fuhr Schwind zur Erlacher Höhe auf dem Hohenberg, wo er die Pakete an Caritas-Regionalleiterin Ulrike Sommer und Kommode-Leiter Michael Marxhausen vom Sozialen Beschäftigungsunternehmen der Erlacher Höhe übergab.

Schulranzen als Statussymbol
Kinder könnten grausam sein, erklärten Spender und Empfänger, gerade kleine Schulanfänger beobachteten genau und kritisierten hart. Darum sei ihm wichtig, jegliche Ausgrenzung zu unterbinden und eine identische Ausstattung zu bieten. Bei vielen seien die Schulranzen bereits lange vor den Sommerferien in den Kinderzimmern als Statussymbol gestanden, nun sollten auch Erstklässler weniger begüterter Familien die gleichen Startchancen bekommen. Sommer und Marxhausen dankten für diese Wahrung der Gleichheit. Die Einzelspenden in der Tafelladen-Kisten unterschieden sich mitunter beträchtlich. Die Corona-Krise habe in diesem Jahr die Kinderkleider- Börsen verhindert, umso bedeutsamer sei daher die Schulaktion 2020, die den Schwächsten der Gesellschaft zugutekomme.
In den 18 Jahren seines Bestehens habe der Verein „Mensch zu Mensch“ bisher Hilfsprojekte im Wert von 400 000 Euro unterstützt und immer großen Wert auf die Kontrolle gelegt, was mit dem anvertrauten Geld geschehe. In der Randlage Empfingens sah Schwind auch Möglichkeiten, in umliegenden Ortschaften jenseits der Kreisgrenze mit einer ähnlichen Aktion zu helfen.




Südwest Presse | 20.08.2020

Junge Empfinger Familie benötigt Unterstützung

Zusammenhalt Bürgermeister Ferdinand Truffner bittet im Fall des verunglückten Familienvaters André Kramer um Spenden an „Von Mensch zu Mensch“. Von Manuel Fuchs

Der Empfinger Verein „Von Mensch zu Mensch“ unterstützt laut seiner Präambel Einzelschicksale, Familien, Organisationen und Einrichtungen, deren Bedürftigkeit dem Satzungszweck und den Zielen des Vereins entsprechen.
Dies geschieht, so ist es im Leitbild des Vereins zu lesen, „unabhängig von Art und Umfang ihrer körperlichen, geistigen oder seelischen Möglichkeiten oder Einschränkungen, ihrer Herkunft, Konfession und Weltanschauung“.
Hieraus entstanden und entstehen Hilfsaktionen, die sich in ihrem Anlass und ihrem Charakter weit voneinander unterscheiden.
Finanziert werden sie aus den Beiträgen der Vereinsmitglieder und aus Spenden.


Junger Vater verunglückt - Das jüngste Engagement des Vereins gilt den Hinterbliebenen eines Empfinger Familienvaters: André Kramer starb am vergangenen Samstag bei einem Motorradunfall in der Nähe von Freiburg.
Seiner Frau Stefanie und seinen beiden kleinen Söhnen Noah und Finn fehlt jetzt der Ehemann und Vater. „Das Glück der jungen Familie wurde von jetzt auf nachher zerstört“, formuliert Empfingens Bürgermeister Ferdinand Truffner in einem Appell an seine Bürger: „Empfingen hält zusammen – auch in größter Trauer“ ist dieser überschrieben.
Erst vor kurzen, so schildert Truffner weiter, habe die Familie einen Bauantrag für ein Eigenheim in Empfingen persönlich eingereicht; „das Glück auf die eigenen vier Wände in unserer Gemeinde war greifbar nah“, schreibt der Bürgermeister. Umso mehr schmerze es, dass ein Unfall dieses Glück nun zerstört habe.

Das Gemeindeoberhaupt bittet darum, die junge Empfinger Familie durch Spenden an den Verein „Von Mensch zu Mensch“ zu unterstützten. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt; eine Spendenbescheinigung werde selbstverständlich ausgestellt.

Spenden nimmt der Verein Von Mensch zu Mensch Empfingen entgegen.
IBAN DE55 6429 1010 0056 1000 00 bei der Volksbank Horb oder
IBAN DE90 6425 0040 0009 1105 51 bei der Kreissparkasse Rottweil
Verwendungszweck jeweils „André Kramer“.




Südwest Presse | 04.03.2020

Fünf Rollstühle an die Gemeinde gespendet

Ausdauersport
Text und Bild: Emil Henger

Im Empfinger Pflegehaus Rosengarten hatten die Beteiligten gut lachen: Kein Wunder, spendierte der Verein „Von Mensch zu Mensch“ der Gemeinde Empfingen doch fünf Rollstühle, die im Pflegehaus untergebracht werden. Der Vorsitzende des spendablen gemeinnützigen Vereins, Edgar Schwind (hinten rechts), sagte, für ihn und den Verein sei es schon etwas Besonderes, wenn ein Empfinger Verein, der Gemeinde Empfingen etwas zukommen lasse, das zum Teil auch Empfinger Bürger zugute komme.

Schwind wünschte sich, dass die Senioren nun an Plätze hinkommen, die für sie ansonsten nicht so schnell erreichbar gewesen wären. Höchst erfreulich fand er zudem das Engagement des Seniorenbeirats mit den betagten Menschen unter anderem auch Ausflüge zu unternehmen. Hans Deuringer (hinten, Zweiter von rechts) habe die Aktion geleitet. Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Seniorenbeirat und Verein habe hervorragend geklappt. Schwind zeigte sich für weitere Wünsche offen. Bürgermeister Ferdinand Truffner (vorne rechts) beim Probesitzen mit Heimleiterin Monika Obstfelder schätzte sich glücklich den sehr rührigen Seniorenbeirat und den Verein „Von Mensch zu Mensch“ in der Gemeinde zu haben.

Er hoffte auf regen Gebrauch der Rollstühle. Als „reibungslos und unproblematisch“ bezeichnete Werner Eggenweiler, der Sprecher des Seniorenbeirats (hinten links), die Zusammenarbeit mit dem Verein. Sollte der Seniorenbeirat mal Wünsche haben, kündigte Eggenweiler an, werde er sich gerne mit dem Verein in Verbindung setzen. Worauf Schwind jetzt schon zustimmte: „Wir sind offen für alles.“ Monika Obstfelder fehlten fast die Worte. Ein „herzliches Dankeschön“ kam ihr über die Lippen. Und: „Unser Dank ist im Herzen.“ Zur Feier des Tages gab es ein Gläsle Sekt für alle.




VMZM | 12.01.2020

Firmen und Privatleute unterstützen VMZM

Gerade in der Vorweihnachtszeit hat der mildtätige Empfinger Verein „Von Mensch zu Mensch“ (VMZM) erneut diverse größere und kleinere Geldspenden erhalten. Dafür ein herzliches Dankeschön.

Die Schreinerei und Sargfabrik Rudolf Lacher GmbH aus Mühringen hat statt Kunden-Weihnachtsgeschenken VMZM eine Spende in Höhe von 300 Euro überwiesen.

Die Faiss-Elektrotechnik aus Starzach-Felldorf hat dem Verein 500 Euro übergeben (siehe Foto). Das Unternehmen schrieb: „Wir möchten uns noch einmal bei Ihnen für (…) ihr ehrenamtliches Engagement recht herzlich bedanken!“.
Seit Jahren ein beliebter vorweihnachtlicher Treffpunkt im Herzen Wiesenstettens ist der Winkel-Advent. Und die Winkel-Sträßler bedachten VMZM zum wiederholten Male mit einer Zuwendung. Kurz vor Weihnachten übergaben sie, wie im zweiten Foto zu sehen ist, unserem Verein 250 Euro.

VMZM wünscht der gesamten Bevölkerung ein gutes, erfolgreiches und vor allen Dingen ein gesundes neues Jahr 2020.

Winkelnachbarn
Christa Zach, stv. Vorsitzende des Vereins „Von Mensch zu Mensch“ und die Kassenwartin Claudia Baiker nehmen die Spende entgegen, von denMännern der „Winkelnachbarn“ sind von vorne von links zu sehen: Martin Dietz, Stefan Lachenmaier,Martin Brandl, Udo Lohmiller, Edgar Fischer, Ekki Doll.Bild: Adel. Hellstern
Spende Faiss Elektrotechnik
Auf dem Bild sind links Firmenchef Armin Faiss, rechts seine Ehefrau Elisabeth zu sehen, die in Flldorf den Scheck an VMZM-Chef Edgar Schwind übergeben.Privatbild




















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